Stiftung Warentest prüft Anschlussfinanzierung und Umschuldungen: Niedrige Zinsen frühzeitig sichern - über 10 000 Euro Unterschied
News vom 14. Juli 2009
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Hauseigentümer können das aktuelle Zinstief nutzen und sich mit dem richtigen Anschlusskredit jetzt niedrige Zinsen sichern. Endet die Zinsbindung ihres Immobilienkredites in den nächsten Jahren, können sie sich mit einem so genannten"Forwarddarlehen" vor einem Zinsanstieg schützen. Das berichtet die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest".
Beim Abschluss eines Forwarddarlehens läuft der derzeitige Kredit normal weiter. Mit dem Darlehen löst der Kreditnehmer die Restschuld des alten Darlehens wie bei der "normalen" Anschlussfinanzierung erst am Ende der Zinsbindung ab. Zinssatz, Monatsrate und neue Zinsbindung werden aber schon einige Jahre im Voraus festgelegt. Ein solches Darlehen bietet sich daher vor allem an, wenn die Zinsbindung in den nächsten Jahren endet. Doch umsonst ist diese Sicherheit nicht zu haben, weil die Banken einen Zinsaufschlag verlangen. Dieser ist umso höher, je länger der Altkredit noch läuft. Andererseits sinkt er mit steigender Dauer der Zinsbindung.
Für den aktuellen Test wurden die Forward-Konditionen von mehr als 60 Banken, Versicherern und Vermittlungsgesellschaften (darunter 24 regionale Anbieter) ermittelt. Modellfall war ein Kredit über 100.000 Euro (Immobilienwert: 150.000 Euro), der innerhalb der Zinsbindung von 10, 15 oder 20 Jahren vollständig getilgt werden solllte. Nach den Ergebnissen der Finanztester lagen das günstigste und das teuerstes Angebot oft um mehr als einen Prozentpunkt auseinander (Stand: 5. Mai 2009). Beispielsweise habe bei drei Jahren Vorlaufzeit und 15 Jahren Zinsbindung der günstigste Anbieter 774 Euro im Monat verlangt (Effektivzins 4,77 %), während derselbe Kredit beim teursten Anbieter 833 Euro pro Monat kosten sollte (Effektivzins 5,96 %). Während der Laufzeit summiere sich der Unterschied auf rund 10.600 Euro.
Die durchschnittlichen Zinsaufschläge lagen bei den getesteten Darlehen zwischen 0,17 (Vorlauf von einem Jahr und zwanzigjähriger Bindung) und 1,04 (Vorlauf 4, Bindung 10 Jahre) Prozentpunkten. In den vergangenen Monaten sind die Aufschläge nach den Angaben der FINANZtest deutlich gestiegen. Aktuell lagen sie zwischen 0,15 und 0,3 Prozentpunkten für jeden Jahr der Vorlaufzeit, während die entsprechende Erhöhung vor einem Jahr nur etwa einen Zehntelprozentpunkt betrug (siehe die News vom 8. Mai 2008). So wird ein Forwardarlehen mit zweijähriger Vorlaufzeit im Schnitt 0,51 Prozentpunkte teurer als ein sofort beginnendes Zehnjahresdarlehen. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Anbietern enorme Unterschiede. Vergleichen spart hier also bares Geld: "Der Wechsel der Bank lohnt sich schon, wenn die neue Bank einen Zehntelprozentpunkt günstiger ist", so Finanztest.
Vorsichtigen Kreditnehmern empfehlen die Finanztester Forwarddarlehen, die kurzfristig kündbar sind. Für das Kündigungsrecht wird zwar ein (weiterer) Zinsaufschlag von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten fällig. Dafür können die Kreditnehmer sich später noch umentscheiden: Sollten die Zinsen fallen, schulden sie zum nächsten Kündigungstermin einfach auf ein günstigeres Darlehen um.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Juli-Heft der Zeitschrift "FINANZtest" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchungen der Stiftung Warentest zur Baufinanzierung siehe außerdem die News vom 10. Juni 2009, vom 2. April 2009, vom 28. Februar 2009, vom 10. Februar 2009, vom 4. November 2008, vom 4. August 2008 und vom 10. Juni 2008.
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