Stiftung Warentest: Bausparen mit Wohn-Riester lohnt sich
News vom 4. Dezember 2009
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Für Sparer, die mittel- bis langfristig den Bau oder Kauf eines Eigenheims planen, ist ein Riester-Bausparvertrag die erste Wahl. Das berichtet die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest". Denn die Top-Tarife seien von ihrer Struktur genau so gut wie ungeförderte Bauspartarife, brächten aber zusätzlich viele tausend Euro an staatlichen Zulagen und Steuervorteile (siehe dazu auch die News vom 8. Juli 2009 und vom 10. Juni 2009).
Erst sparen, dann bauen - dieses Prinzip gilt auch für die neuen Riester-Bausparverträge. Denn ein Bausparvertrag ist eine Kombination aus einem Sparplan mit einem günstigen Baudarlehen. Der Bausparer zahlt zunächst für ein paar Jahre die Sparraten ein. Damit spart er nicht nur Kapital an, sondern erwirbt auch das Anrecht auf einen späteres, besonders günstiges Darlehen, auch wenn die Kreditzinsen in der Zwischenzeit steigen. Da der Darlehenszins bereits bei Abschluss des Bausparvertrages festgelegt wird, bieten Bausparpläne vor allem Planungssicherheit. In der Riester-Variante stockt der Staat die Sparbeiträge um eine Grundzulage von 154 Euro im Jahr auf. Dazu kommen 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind und 300 Euro für jedes später geborene Kind (siehe dazu die News vom 8. August 2008). Für eine Familie mit zwei Kindern, die den Bau oder Kauf eines Eigenheims in zehn Jahren plant, gibt der Staat bis dahin über 5000 Euro zum Riester-Bausparvertrag dazu. Sparer mit Eigenheimplänen sollten sich die Förderung nicht entgehen lassen, so die FINANZtest.
Bausparverträge seien aber nur günstig, wenn tatsächlich mittel- oder langfristig ein Haus oder eine Wohnung zu finanzieren sind. Wer seine Bau- oder Kaufpläne später begräbt, hat für sein Guthaben lange Jahre wenig Zinsen bekommen ohne vom günstigen Darlehenszins zu profitieren. Da gehe im Vergleich zu einem Riester-Banksparplan Geld verloren. Wer nur vage Pläne habe, sollte daher besser einen Banksparplan abschließen. Für ihre Untersuchung haben die Finanztester insgesamt vier Modellfälle gebildet, die sich vor allem im Zeitpunkt des geplanten Baus bzw. Kaufs unterscheiden (Bau oder Kauf in 7, in 10, in 10 oder 15 Jahren und in 10 Jahren bei besonders niedrigem Einkommen). Von den angefragten 24 deutschen Bausparkassen haben 12 an dem Test teilgenommen.
Die Untersuchung hat allerdings auch gezeigt, dass Bausparverträge nach wie vor komplizierte Konstruktionen sind, die sich nur schwer vergleichen lassen. Denn der Vertrag bestehe aus mehr als einem Dutzend Konditionen, Gebühren und Zinssätzen, so die FINANZtest. Der in den meisten Modellfällen günstigste Bauspartarif sei ausgerechnet ein Angebot mit vergleichsweise hohem Darlehenszinssatz. Der entscheidende Vorteil habe sich hier aus der besseren Verzinsung des Guthabens und den günstigen Gebühren ergeben. Die Stiftung Warentest rät daher, konkrete Angebote mit Spar- und Tilgungsplan inklusive Riester-Zulagen für den eigenen Bedarf anzufordern.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Dezember-Heft der Zeitschrift "FINANZtest" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchungen der Stiftung Warentest zur Baufinanzierung siehe außerdem die News vom 5. November 2009, vom 12. Oktober 2009, vom 10. August 2009, vom 23. Juli 2009, vom 14. Juli 2009, vom 10. Juni 2009, vom 2. April 2009, vom 28. Februar 2009 und vom 10. Februar 2009.
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