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Immobilienfinanzierung: Verbraucherzentrale Berlin warnt vor Umschuldungsangeboten privater Vermittler

News vom 24. Februar 2010

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin vom 24.02.2010

In den letzten Wochen traten private Vermittler gezielt an finanziell klamme Haus- oder Wohnungseigentümer heran, um ihnen eine Umschuldung anzubieten. Doch nicht nur im Hinblick auf die Gebühren ist Vorsicht geboten.

Allein die Art und Weise der Kontaktaufnahme löst bei dem Baufinanzierungsexperten der Berliner Verbraucherzentrale, Peter Dirk, Skepsis aus: "Es drängt sich der Verdacht auf, dass bestimmte Hausersteller, die im Vorfeld Kunden mit ausgewiesen schlechter Bonität Immobilien verkauft hatten, die Adressen ihrer Klienten an die Vermittler weitergeben."

Immer mehr Immobilienbesitzer können ihre Darlehen nicht mehr entsprechend abbezahlen. Eine Möglichkeit, die Monatsbelastung zu drücken, liegt in einer Umschuldung, also in der Aufnahme eines neuen Kredits, um den alten abzulösen. Allerdings muss die bisherige Bank zustimmen - eventuell auch die Versicherung -, was sie vor Ablauf der zehnjährigen Zinsbindung verweigern kann. Erklärt sich das Kreditinstitut einverstanden, fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an. Setzt man diese ins Verhältnis zur vermeintlichen Ersparnis, ist es fraglich, ob sich eine Umschuldung überhaupt lohnt.

Ein weiteres Problem: "Wer seine Kreditverbindlichkeiten nur noch unzureichend bedienen kann, wird wohl kaum ein anderes seriöses Institut finden, das bereit ist, so einen ,Wackelkandidaten¹ zu übernehmen", so Dirk. Diesen Aspekt lassen die Kreditvermittler beim Gespräch mit den klammen "Häuslebesitzern" meist außer Acht. Im Regelfall erhält der Verbraucher eine Absage der Bank und hat eine Rechnung auf dem Tisch. Denn für ihre "Dienstleistung" verlangen die Vermittler 500 Euro und mehr - egal ob ein neuer Kredit zustande kommt oder nicht. Das ist generell unzulässig. Wenn diese "Gebühr" verlangt wird, sollten Betroffene umgehend bei der Verbraucherzentrale Berlin Rat einholen.

Wer Schwierigkeiten mit seinem Kredit hat, sucht am besten das Gespräch mit seiner Gläubigerbank. Eine Hilfe kann in einer befristeten Tilgungsaussetzung liegen. Sollte sich die finanzielle Lage nicht verbessern, muss auch der freie Verkauf der Immobilie in Erwägung gezogen werden.


Außerdem berät die Bau- und Baufinanzierungsberatung der Verbraucherzentrale gern und gibt auch Hinweise zu weniger bekannten Aspekten - beispielsweise haben Immobilienbesitzer in Abhängigkeit zu ihrem Einkommen Anspruch auf Wohngeld. Die Anmeldung zur persönlichen Beratung ist unter 030/21485-237 möglich, die telefonische Beratung wird dienstags und donnerstags zwischen 10.00 und 14.00 Uhr angeboten.

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