Stiftung Warentest: Bei Restschuldversicherungen mehr als 1.000 Euro sparen
News vom 10. März 2010
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Für die jüngste Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest" hat die Stiftung Warentest nicht bloß Immobilienkredite unter die Lupe genommen (siehe die News vom 10. März 2010), sondern auch so genannte Restschuldversicherungen. Das sind besondere Risikolebensversicherungen, die im Todesfall die Kreditschulden abdecken sollen, so dass die Angehörigen das Haus trotz des Wegfalls eines Verdieners behalten können (siehe dazu auch die News vom 25. Februar 2010, vom 18. Dezember 2009 und vom 15. Dezember 2009).
Dabei sind zwei verschiedene Modelle möglich: Bei manchen Versicherungen sinkt die Versicherungssumme jährlich um einen bestimmten Betrag, während sie sich bei anderen nach dem konkreten Tilgungsplan richtet. Obwohl diese zweite Variante teurer ist, wird sie von den Finanztestern empfohlen. Denn in der Regel sinkt die Restschuld zunächst langsam und später schneller, weil für das Hypothekendarlehen eine feste Rate vereinbart wird. Am Anfang der Laufzeit eines Darlehens entfällt der größte Teil der Rate auf die Zinsen. Erst mit sinkender Restschuld steigt der Tilgungsanteil. Bei einer Restschuldversicherungen mit gleichmäßig sinkender Versicherungssumme kann das dazu führen, dass die Versicherungssumme nicht ausreicht, um das Darlehen vollständig zu tilgen. Um für die Anpassung an die Tilgung "maßgeschneidert" arbeiten zu können, muss der Versicherer neben der Gesamtlaufzeit des Darlehens auch den Nominalzins und den Tilgungsplan kennen.
Für die Untersuchung wählte die Stiftung Warentest den Modellfall eines 35-jährigen Nichtrauchers bzw. einer 35-jährigen Nichtraucherin, der/die zur Absicherung eines Darlehens in Höhe von 100.000 Euro (100 % Auszahlung, Nominalzins 5 %, Anfangstilgung 2,5 %, Laufzeit 22 Jahre) eine Restschuldversicherung für den Fall seines/ihres Todes abschließt. Insgesamt werden 46 Tarife von 17 Versicherern verglichen, darunter 9 Versicherer, die die jährliche Anpassung der Versicherungssumme an den Tilgungsplan bieten. Dabei zeigten sich nach Angaben der FINANZtest große Preisunterschiede. So koste der günstigste Schutz bei dieser Versicherungsart für Frauen 562 und für Männer 772 Euro, während beim teuersten Anbieter gut das Dreifache zu berappen sei (Stand: 1. Januar 2010).
Die Tester raten daher, zunächst zu prüfen, ob eine bereits bestehende Risikolebensversicherung auch für den Baukredit ausreicht. Wenn doch eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden soll, sollte man zunächst verschiedene Angebote einholen, bevor die Bedingungen für den Baukredit mit der Bank vereinbart werden. So könne der Kunde besser verhandeln, wenn die Bank auch eine Versicherung anbiete. Von Versicherungen, die auch bei Arbeitslosigkeit die Kreditraten übernehmen sollen, rät die Stiftung Warentest dagegen ab. Hier sei der Schutz wegen der Vertragsklauseln meist zu stark eingeschränkt.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im März-Heft der Zeitschrift "FINANZtest" oder (kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest.
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