Vorteile und Eigenschaften der Massivbauweise mit Beton und der Passivhausbauweise

Vorteile und Eigenschaften der Massivbauweise mit Beton und der Baustandard Passivhaus: Funktionsweise und Energieverbrauch

Massiv gebaute Häuser werden in verschiedenen Bauweisen angeboten. Die Palette reicht vom Mauerwerksbau, über Schalungssteine, die auf der Baustelle mit Beton vergossen werden, über Ziegel-/Bimsverbundbauweise bis hin zum Betonfertigbau.

Massivbauweisen

Die Massivbauweise ist in Deutschland die meistverbreitete Bauform. Unter Steinbauweise versteht man die Stein-auf-Stein-Baumethode, beispielsweise mit Hochlochziegeln, Porenbeton, Bims- oder Kalksandsteinen. Häuser aus Stein bieten eine gute Wärmespeicherleistung und viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Massivhäuser im Mauerwerksbau werden als massive, monolithische Wand mit Wärmedämmsteinen, einschalig mit Wärmedämmverbundsystem außen oder zweischalig mit Kerndämmung errichtet.

Etwas weiter verbreitet ist inzwischen auch bei massiven Einfamilienhäusern die Fertigbauweise. Hierbei werden vorgefertigte Wand-,  und Dachelemente, zum Beispiel aus Porenbeton, auf der Baustelle montiert.

Zwischendecken bestehen meist aus vorgefertigten Betonplatten, die mit einem Aufbeton vor Ort vergossen werden.

Gebäude in Massivbauweise sind bedingt durch die höhere Masse an Baustoffen schwerer als Häuser in Leichtbauweisen. Sie unterscheiden sich in Tragkonstruktion, Baustoffen und Bauausführung.

Passivhausbauweisen

Ein Passivhaus nutzt die Sonneneinstrahlung und Energiequellen im Haus, etwa von Geräten oder der Körperwärme der Bewohner, zur Erwärmung. Auf eine konventionelle Heizung kann verzichtet werden. Die Bauweise ist ein erprobter Baustandard, der seit 1991 kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

Die Passivhaus-Bauweise ist nicht auf einen bestimmten Gebäudetyp festgelegt. Sie ist ein Baustandard der durch einen ganzheitlichen Ansatz an die Anforderungen der Gebäudehülle, der Haustechnik, der Baumaterialien und des Nutzerverhaltens erreicht wird. Der Passivhaus-Standard ist nicht nur bei Neubauten möglich. Auch bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden kann der Verbrauch an Heizenergie durch den Einsatz von Passivhaus-Komponenten stark verringert werden.

Ziel der Passivhaus-Bauweise ist es, Wärmeverluste, so genannte Transmissionsverluste, zu vermeiden. Ein Passivhaus zeichnet sich durch eine besonders gute Luftdichtheit sowie eine spezielle Gebäudeform aus.

Tipp

Weitere Informationen zu schlüsselfertigen Massivhäusern erhalten Sie im Ratgeber Kauf und Bau eines Fertighauses oder eines schlüsselfertigen Massivhauses.

Informieren Sie sich beim Passivhaus-Institut über weitere Eigenschaften und Details dieser Bauweise.

Bauherren und Eigentümer, die den Bau eines Passivhauses planen, sollten sich in jedem Fall bei den unabhängigen Energieberatern der Verbraucherzentrale ausführlich dazu beraten lassen.

Besondere Informationen

Vorteile der Massivbauweise

  • Decken und Wände in Massivbauweise haben einen besseren Schallschutz als leichte Bauteile von Fertighäusern.
  • Gemauerte Wände können relativ einfach verändert werden.
  • Massive Wände haben ein größeres Speichervolumen und können besonders im Sommer Temperaturspitzen besser abpuffern.
  • Eine Außenfassade etwa aus Klinkermauerwerk erreicht bei fachgerechter Ausführung eine lange Lebensdauer fast ohne Wartungsarbeiten und mit hoher Wertbeständigkeit.

Die Baustoffe für Massivhäuser unterscheiden sich durch:

  • Druckfestigkeit
  • Rohdichte
  • Wärmedämmfähigkeit
  • Schallschutzeigenschaften
  • Wärmespeichervermögen

Mauerwerkswände

Beim Mauerwerksbau werden die Baustoffe Ziegel, Bims, Porenbeton und Kalksandstein verwendet. Falls Sie bezüglich des Baustoffs Vorlieben haben, teilen Sie dies Ihrem Baupartner mit. Auch als Kunde eines Bauträgers oder Generalunternehmers können Sie häufig in begrenztem Maße beispielsweise zwischen Porenbeton und Bims wählen.

Massive Bausteine werden heute für verschiedene Einsatzgebiete angeboten und erfüllen deshalb unterschiedliche Anforderungen an Fertigung, Wärmeschutz, Schallschutz und anderen Funktionen. Ziegel werden zum Beispiel mit verschiedenen Gewichten (Rohdichten), Formen und Formaten für unterschiedliche Zwecke hergestellt. Es können auch komplette Wände schon fertig gemauert auf die Baustelle geliefert werden, vorgefertigt als Fertigbauteile.

Betonwände und Decken

Beton wird aus natürlichen Grundstoffen wie Sand, Kies oder Splitt, Wasser sowie Zement hergestellt. Ausgangsstoffe für den Zement sind Kalk und Ton, die bei hohen Temperaturen gebrannt und anschließend fein gemahlen werden. Decken, Wände und Dächer werden als großformatige Betonfertigteile in der Fabrik hergestellt, auf die Baustelle geliefert und dort in kürzester Zeit montiert.

Bei Wand- und Dachelementen werden vorwiegend Leichtbetonfertigteile verwendet. Leichtbeton ist eine Mischung aus Beton und leichten Zuschlagstoffen wie porosierten Ziegelkügelchen, auch als Blähton bekannt oder Polystyrol. Dieser Baustoff hat bessere Wärmedämmeigenschaften und ist leichter als Schwerbeton.

Deckenelemente werden heutzutage meist als Filigranbetondecken auf die Baustelle geliefert. Dort werden sie mit Beton vergossen. Ortbetonwände und -decken sind dagegen sehr aufwändig, da die Schalung auf der Baustelle hergestellt werden muss. Entsprechend groß sind die Toleranzen und Fehlerquellen. Sie werden deshalb nur noch in Ausnahmefällen hergestellt.

Energieverbrauch eines Passivhauses:

Der Energieverbrauch des Passivhauses reduziert sich gegenüber dem Niedrigenergiehaus (KfW-Effizienzhäuser) nochmals um rund 75 %.

Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses liegt unter 15 kWh/(m2a). Dies entspricht umgerechnet weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Über die Reduzierung des Heizwärmebedarfs hinaus wird angestrebt, auch die übrigen Energieverbräuche im Haus gering zu halten. So beträgt der jährliche Primärenergiebedarf (einschließlich Haushaltsstrom und Warmwasserbereitung) bei einem Passivhaus weniger als 120 kWh je Quadratmeter Wohnfläche.

Funktionsweise Passivhaus:

  • Sehr kompakte Form des beheizten Gebäudevolumens.
  • Dämmung, die über den Niedrigenergie-Standard hinausgeht (Außenwände, Dach, Erdgeschossfußboden) mit U-Werten um 0,1 W/(m2K) und eine sehr gute Verglasung mit einem U-Wert unter 0,8 W/(m2K) (beispielsweise Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung mit Edelgasfüllung und gedämmten Rahmen).
  • Minimierung aller Wärmebrücken.
  • Sehr gute Wind- und Luftdichtigkeit.
  • Hocheffizientes System zur kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung.
  • Konsequente passive Solarnutzung (circa 60 Prozent des Restwärmebedarfs) durch verschattungsfreie Südorientierung der Hauptbelichtungsflächen.
  • Energie- und kosteneffiziente Deckung des verbleibenden Restheizenergiebedarfs. Warmwasserbereitung zum Beispiel mit einer Solarkollektoranlage.
  • Ausstattung mit sehr sparsamen Haushaltsgroßgeräten und Energiesparlampen/LEDs.
  • Nutzung von Wasserspartechniken.
Stand: 
Montag, 16. Dezember 2019