Handwerker finden und beauftragen

Gute Handwerker zu finden ist nicht einfach. Lassen Sie sich Empfehlungen und Referenzen geben, und holen Sie verschiedene Angebote ein. Im Bauvertrag sollte immer eine detaillierte Leistungsbeschreibung festgelegt und eine formale Abnahme vereinbart werden.

Prüfen Sie die Angebote

Holen Sie Angebote von verschiedenen Firmen ein. Grundlage für die Angebote sollte möglichst immer eine detaillierte Leistungsbeschreibung sein. Diese wird in der Regel durch den beauftragten Architekten oder Bauingenieur erstellt und verantwortet. Die Angebote bzw. Kostenvoranschläge der Handwerker sollten auf der Grundlage der Leistungsbeschreibung erstellt werden. Sie sollten diese sorgfältig auf Vollständigkeit, Mengenangaben und Qualität prüfen und miteinander vergleichen.

Vermeiden Sie Kostenerhöhungen

Ein Bauvertrag ist kein Kaufvertrag, bei dem das Endprodukt bereits bei Vertragsabschluss vorhanden ist und bis ins letzte Detail beschrieben werden kann. Sie sollten mit Ihrem Handwerker immer einen Werkvertrag vereinbaren, in dem eine möglichst detaillierte Leistungsbeschreibung enthalten ist und der nach Fertigstellung eine formale Abnahme vorsieht. Im Vertrag sollte auch die Vergütungsart festgelegt sein. Üblich ist die Vereinbarung eines Einheitspreises, eines Pauschalpreises oder ein Stundenlohn.

Für erhöhte Kosten kann es unterschiedliche Gründe geben. Oft entstehen diese durch größere als im Angebot genannte Mengen, durch zusätzliche oder geänderte Leistungen, durch Stundenlohnarbeiten oder nicht vorhersehbare zusätzliche Nebenkosten wie An- und Abfahrtpauschalen.

Kontrollieren Sie die Leistung

Um die erbrachte Leistung bei der Abnahme prüfen zu können oder wenn die abgerechneten Mengen die angebotenen deutlich übersteigen, sollten Sie sich die erbrachte Leistung nachweisen lassen. Dazu ist der Auftragnehmer verpflichtet. Das kann zum Beispiel durch ein gemeinsames Aufmaß oder bei nicht mehr sichtbaren Bauteilen wie Leitungen durch eine vom Auftragnehmer erstellte Skizze und eine Berechnung der erbrachten Leistung mit Datum, Stempel und Unterschrift erfolgen. Weiterhin sollten Sie während des Baugeschehens Kontrollen durchführen und eine Fotodokumentation erstellen.

Formale Abnahme

Die Handwerkerleistung sollten Sie immer durch eine formale Abnahme bestätigen. Lassen Sie sich dabei von Fachleuten begleiten, die die Abnahme in einem Abnahmeprotokoll festhalten. Sollten Sie feststellen, dass die Leistung nicht vollständig oder mit Mängeln erbracht wurde, verweigern Sie die Abnahme und fordern den Bauunternehmer zur Nachbesserung auf.

Tipp

Weitere Informationen zum Thema Handwerkerverträge finden Sie in der Rubrik Recht+Verträge.

Besondere Informationen

Schwarzarbeit

Schwarzarbeit in der Baubranche ist ein Massenphänomen. Als Schwarzarbeiter wird angesehen, wer Dienst- oder Werkleistungen erbringt (Unternehmer) oder ausführen lässt (Bauherr) und dabei eine der folgenden Plichten verletzt:

  • sozialversicherungsrechtliche Pflichten (z.B. Renten- und Krankenversicherung)
  • steuerliche Pflichten (z.B. Einkommens- und Umsatzsteuer)
  • sozialrechtliche Pflichten (z.B. Arbeitslosengeld) oder
  • gewerberechtliche Pflichten (z.B. nach Gewerbe- oder Handwerksordnung).

Ein Vertrag zwischen Bauherren und Bauunternehmer, der ganz oder zum Teil Schwarzarbeit beinhaltet, ist gesetzlich unwirksam. Basis hierfür ist das "Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung" (SchwarzArbG). Wer sich auf Schwarzarbeit einlässt, hat keine Rechte. Sie als Auftraggeber und Bauherr können nicht auf gerichtliche Hilfe hoffen, wenn die vereinbarte Leistung nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde und dadurch Baumängel entstehen. Der Auftragnehmer, also der schwarz arbeitende Handwerker, kann für eine erbrachte Leistung gerichtlich weder eine Vergütung noch die Rückforderung der Leistung geltend machen.

Falsche Handwerker

Wenn es an der Haustür klingelt und ein nicht bestellter Handwerker steht draußen, ist dies Zeichen genug: Haustürgeschäfte sind in jedem Fall zu vermeiden, da sie in den wenigsten Fällen seriös sind. Im Zweifel ist eine Anfrage bei der zuständigen Handwerkskammer hilfreich.

Welche Betrugsmaschen kommen immer wieder vor?

Ein alter, aber immer noch praktizierter Trick: Handwerker klingeln an der Tür – vor allem bei Häusern mit älteren Alleinstehenden – und bieten einen kostenlosen Dach-Check an. Am liebsten sofort. Nach wenigen Minuten auf dem Dach zeigen sie dem Hausbesitzer eine defekte Dachpfanne und raten zur Komplett-Sanierung, das fertige Auftragsformular bereits in der Tasche.

Ein weiterer Trick: Um sich einen Auftrag für die Dämmung eines Hauses zu erschleichen, zeigen vermeintliche Handwerker falsche Thermografie-Bilder des Gebäudes. Hausbesitzer sollten grundsätzlich skeptisch werden, wenn eine Thermografie-Kamera bei jeder Witterung eingesetzt wird. Aussagekräftige Aufnahmen erhalten Sie nur bei Frosttemperaturen. Außerdem kann eine anschließende unsachgemäß ausgeführte Dämmung mehr Schaden zufügen, als eine fehlende. Hier sollte unbedingt ein erfahrener Fachbetrieb beauftragt werden.

Wie sollten Sie sich verhalten?

Schließen Sie niemals an der Haustür Geschäfte ab. Sollten Sie es aber doch einmal tun, haben Sie ein gesetzlich garantiertes Rücktrittsrecht von 14 Tagen.

Stand: 
Montag, 11. April 2016

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Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

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