Luftdichtemessung am Haus durchführen

Ob Ihr Haus wirklich dicht ist, lässt sich mit dem Luftdichtheitstest feststellen. Bei diesem anerkannten Verfahren wird ein Gebläse in die Haustür oder in ein Fenster Ihres Hauses eingesetzt (Blower-Door-Verfahren). Das Gerät wird im Rahmen luftdicht angeschlossen und kann einen vorgeschriebenen Über- und Unterdruck erzeugen.

Während des künstlich erzeugten Unterdrucks können zum Beispiel mithilfe von weiteren Messgeräten (Thermoanemometer) Leckagen und Undichtigkeiten in der Gebäudehülle festgestellt oder bei Überdruck durch den Einsatz von „Theaternebel“ sichtbar gemacht werden.

Die Luftdichtheitsprüfung sollte vor der Abnahme der Bauleistung erfolgen um mögliche Lecks entdecken zu können und zu beheben.

Die Dichtheit der Gebäudehülle wird nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) zwar vorausgesetzt, ein Nachweis muss aber in der Regel nicht erbracht werden. Nur bei Passivhäusern und KfW-geförderten Häusern muss dieser Nachweis erbracht werden.

Was Sie beachten müssen:

  • Entsprechend der Luftdichtheit Ihres Hauses muss Luft hinein- bzw. hinausgeblasen werden, um den Druck konstant zu halten. Bis zu einem bestimmten Wert können Undichtigkeiten akzeptiert werden. Werden Undichtheiten festgestellt, müssen diese erst beseitigt werden, damit der Test erfolgreich abgeschlossen werden kann.
  • Der Zeitpunkt der Begutachtung sollte mit dem Bauleiter und dem Qualitätssicherer frühzeitig abgesprochen werden.
  • In § 5 EnEV werden Anforderungen an die Luftdichtheit von Neubauten gestellt, die einzuhalten sind. Sie verpflichtet Unternehmen aber nicht, eine Überprüfung mit einem Blower-Door-Verfahren vorzunehmen, ohne den aber die Einhaltung der EnEV in diesem Punkt nicht überprüfbar ist. Sie sollten deshalb vertraglich vereinbaren, dass ein Blower-Door-Verfahren durchgeführt werden muss.

Typische Stellen, wo Zugluft eindringt, sind vielfältig z. B.

  • im Dach an sichtbaren Sparren und Kehlbalken
  • bei Fugen an Fenstern und Türen
  • Elektroinstallationen in den Außenwänden
  • Einbaustrahlern in Decken
  • Durchführungen von Installationen durch Decken
Tipp

Wir empfehlen, die folgende Vereinbarung zur Durchführung einer Luftdichtheitsmessung in den Vertrag aufzunehmen:

Das Haus ist mit geeigneten Materialien dauerhaft luftdicht auszuführen. Die Luftdichtheit ist durch Messung nach der im Entwurf vorliegenden DIN EN ISO 9972 von einem unabhängigen Institut nachzuweisen.

Dabei darf die in DIN 4108-7 festgelegte Luftwechselrate von

  • 1,0/Stunde (zulässig bis 1,5) für Gebäude mit mechanischer Lüftungsanlage bei Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage und
  • 3,0/Stunde für Gebäude ohne mechanische Lüftungsanlage bei einem Differenzdruck von 50 Pascal nicht überschritten werden.

Bezugsgröße für das Luftvolumen ist dabei das tatsächliche Innenvolumen der beheizten Räume.

Stand: 
Freitag, 15. April 2016

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