Was kostet ein Architekt? So berechnet sich das Architektenhonorar

Die Höhe des Architektenhonorars zu berechnen, ist eine Wissenschaft für sich. Für das Honorar des Architekten spielen drei Faktoren eine Rolle:

• die anrechenbaren Baukosten
• die Honorarzone, zu der das Bauvorhaben gehört
• die Honorartabelle

Die anrechenbaren Baukosten

Die anrechenbaren Baukosten bestehen in den Kosten für die Herstellung des Gebäudes, wobei die Mehrwert-/Umsatzsteuer, die in den Bauaufträgen enthalten ist, nicht berücksichtigt wird. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden unter anderem die Kosten des Grundstücks selbst, Kosten für die Herrichtung des Grundstücks zum Baubeginn, Erschließungskosten und Kosten für Außenanlagen, es sei denn, der Architekt ist damit beauftragt, sich um diese zu kümmern.

Der Architekt erstellt im Rahmen der Entwurfsplanung eine so genannte Kostenberechnung. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Angebote für die Leistungen vorliegen, handelt es sich um eine theoretische Kostenermittlung. Dennoch ist allein diese Kostenberechnung für die Berechnung des Honorars des Architekten entscheidend, auch wenn die tatsächlichen Baukosten von dieser Summe abweichen.

Die Honorarzone

Die Honorarzone ist der Maßstab für den Schwierigkeitsgrad der Architektenleistungen. Es gibt fünf Abstufungen zwischen I bis V. Das Eigenheim hat in der Regel einen mittleren Schwierigkeitsgrad und fällt deshalb in Honorarzone III. Bei besonderen Anforderungen kann auch Honorarzone IV greifen.

Die Honorartabelle

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) stellt in § 35 eine Honorartabelle, auch Honorartafel genannt, bereit. Sie gibt an, welches Honorar bei bestimmten anrechenbaren Baukosten in welcher Honorarzone anfällt.

Hier ist allerdings kein Einheitshonorar angegeben, sondern ein Rahmen, der von einem Mindest- bis zu einem Höchsthonorar reicht. Welcher genaue Wert für Sie maßgeblich ist, hängt davon ab, was Sie vertraglich vereinbaren.

Die HOAI enthält den Grundsatz, dass Architekten das Mindesthonorar verlangen können. Höhere Honorare sind nur möglich, wenn diese bei Vertragsabschluss schriftlich vereinbart wurden. Am Häufigsten wird ein Mittelsatz festgeschrieben. Architekten können dann ein Honorar verlangen, das den Mittelwert zwischen Mindest- und Höchsthonorar bildet.

Die in der Tabelle angegebenen Honorare umfassen die Vergütung für einen Vollarchitekturauftrag. Weil die Honorarberechnung sich aber in Stufen vollziehen muss, dürfen die Tabellenwerte zur konkreten Berechnung nur mit dem Anteil berücksichtigt werden, der dem prozentualen Anteil an einem Vollarchitekturauftrag entspricht. Die Prozentanteile der einzelnen Leistungsphasen sind in den Erläuterungen zum Menüpunkt Architektenleistungen dargestellt. Das Gesamthonorar des Architektenauftrags ergibt sich aus der Summe der ermittelten Teilhonorare. Die Mehrwertsteuer kommt hinzu.

Tipp

Vor dem Hintergrund, dass sich mit zunehmender Konkretisierung der Planung die Baukosten ändern, sollten Sie sich frühzeitig klar machen, welche Baukosten Sie maximal verkraften können. Nehmen Sie diese Summe in Ihren Architektenvertrag auf. Sie geben dem Architekten damit eine Richtschnur. Zeichnen sich in der Planung höhere Kosten ab, ist er verpflichtet, Ihnen dies mitzuteilen. Sie können dann frühzeitig reagieren, beispielsweise, in dem Sie die architektonischen Wünsche an Ihr Haus „verschlanken“.

Stand: 
Mittwoch, 23. März 2016

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