Wasserdampfkonvektion verhindern

Unter Wasserdampfkonvektion versteht man den Transport von Wasserdampf durch ein luftdurchlässiges Bauteil auf Grund eines Gesamt-Druckgefälles zwischen innen und außen. Fugen, Löcher und Risse in Sperrschichten sowie poröse Bauteilschichten ermöglichen Luftströmungen und somit das Eintreten der feuchten Luft ins Bauteil. Unter ungünstigen Bedingungen kann dort der Wasserdampf zu Wasser kondensieren (Tauwasserausfall) und das Bauteil durchfeuchten.

Diese Feuchtigkeit beeinträchtigt nicht nur die Dämmwirkung, sie kann auch die betroffenen Bauteile beschädigen. Daher muss auf Luftdichtheit insbesondere bei den Anschlüssen an Trennwänden, Decken, Fußböden oder durchstoßenden Bauteilen sehr genau geachtet werden.

Wie wird Wasserdampfkonvektion verhindert?

Erforderlich ist eine Luftdichtheitsschicht, die den direkten Luftdurchtritt von innen nach außen und umgekehrt verhindert.

  • Zweckmäßiger Weise sollte diese Schicht zugleich den in der Raumluft befindlichen Wasserdampf abhalten, also Luftdichtheitsschicht und Dampfsperre (siehe oben Feuchtediffusion) in einem sein.
  • Bei einer massiv gemauerten, verputzten Wand übernimmt die Putzschicht diese Funktionen.
  • Bei Leichtbaukonstruktionen und Dächern werden vorwiegend Bahnen aus Kunststoff bzw.  Bitumen Schweißbahnen gewählt.
  • Die Schicht ist auf der Warmseite (Raumseite) der Dämmung einzubauen.
  • Bei Durchdringungen und angrenzenden Bauteilen ist sie dauerhaft dicht anzuschließen.
  • Bei einem angrenzenden Bauteil hat der Anschluss grundsätzlich an dessen Luftdichtheitsschicht zu erfolgen.
  • Durchbrüche als Folge von Installationen sind auf das Notwendige zu beschränken.
  • Alle anderen Installationen – wie zum Beispiel im Bereich Wasser oder Elektrizität – sollten nach Möglichkeit zum Innenraum hin vor der Luftdichtheitsschicht untergebracht werden (Installationsebene). Ist dieses nicht möglich, sollten entsprechende inzwischen erhältliche Durchgangsmanschetten verwendet werden.
  • Die Dichtungsbahnen werden über geeignete Dichtungsbänder dauerhaft miteinander verbunden. Die Klebestellen an Folien sind möglichst zusätzlich durch Unterlagen konstruktiv zu unterstützen. Lose Überlappungen sind nicht zulässig.
Tipp

Allgemein gilt für die Abfolge unterschiedlicher Baustoffschichten, dass die Wärmeleitfähigkeit und die Dampfdichtigkeit von innen nach außen abnehmen muss. Der Wärmedurchlass-Widerstand (also Kehrwert der Leitfähigkeit) sollte dagegen von innen nach außen zunehmen.

Stand: 
Freitag, 15. April 2016

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