BAFA-Förderung: Zuschuss für Energieberatung Vor-Ort

Inanspruchnahme eines Energieberaters

Das Wichtigste im Überblick
  • Name: Energieberatung Wohngebäude
  • Förderart: Zuschuss
  • Förderumfang: 1.300 EUR - 1.700 EUR
  • Ansprechpartner: BAFA
  • Geltungsbereich: Bundesweit
  • Stand: 3. Februar 2020

Bitte beachten Sie die Änderungen seit 1. Februar 2020 - Höhere Bundesförderung für Energieberatungen! Die meiste Energie in Wohngebäuden wird für Heizung und Warmwasser verbraucht. Im Rahmen einer Energieberatung vor Ort zeigt Ihnen ein Energieberater einen Weg auf, wie Sie hier möglichst viel an Energiekosten sparen können, indem Sie die Energieeffizienz Ihres Gebäudes verbessern.

Förderfähig ist eine umfassende Energieberatung für Wohngebäude. Wohngebäude sind Gebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dienen.

Dem Beratungsempfänger ist in Form eines energetischen Sanierungskonzepts (z.B. in Form eines individuellen Sanierungsfahrplans) aufzuzeigen,

  • wie ein Wohngebäude Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen umfassend energetisch saniert werden kann (Sanierungsfahrplan), oder
  • wie durch eine umfassende Sanierung ein bundesgefördertes-KfW-Effizienzhaus zu erreichen ist.
  • Die inhaltlichen Anforderungen an die Energieberatung, insbesondere an den Mindestinhalt des Beratungsberichts, regelt ein mit dem Richtliniengeber abgestimmtes Merkblatt der Bewilligungsbehörde.
  • Der Bauantrag oder die Bauanzeige für das Wohngebäude, deren Bauantrag bzw. Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens zehn Jahre zurückliegt.

Ziel ist es, Eigentümern einen sinnvollen Weg aufzeigen, wie sie die Energieeffizienz ihres Gebäudes verbessern können.

Der von Ihnen ausgewählte Energieberater nimmt das Wohngebäude bei einem Vor-Ort-Termin in Augenschein. Dabei ermittelt er die wesentlichen Gebäudedaten. Diese betreffen die Bauteile (Dach, Außenwände, Fenster, Türen und Keller) und die vorhandene Anlagentechnik (Heizung, Warmwasserbereitung).

Auf dieser Grundlage erstellt der Energieberater für Sie einen schriftlichen Energieberatungsbericht. Dessen wesentlicher Bestandteil ist ein energetisches Sanierungskonzept; es enthält Vorschläge, wie Sie den Energiebedarf Ihres Wohngebäudes durch Modernisierungsinvestitionen senken können.

Den Beratungsbericht händigt der Energieberater an Sie aus und erläutert Ihnen in einem abschließenden Gespräch die darin enthaltenen Vorschläge für eine energetische Sanierung.

Das Fördermittel im Detail
Wer erhält die Förderung?

Als Eigentümer, Mieter oder Pächter können eine Beratung in Anspruch nehmen:

Konditionen
Vollständige Informationen

Die Vor-Ort-Beratung muss innerhalb von sechs Monaten ab Erstellung des Zuwendungsbescheides durchgeführt werden.

Beratung

Sie können sich bei den Verbraucherzentralen über die für Sie geeigneten Förderprodukte beraten lassen und über unseren Fördermittelnavigator weitere Fördermittel recherchieren.


Tipp

Folgende wesentliche Änderungen sind am 1. Februar 2020 in Kraft getreten:

  • Konkret wird die Förderung von bisher 60 % auf 80 % des förderfähigen Beratungshonorars angehoben mit einem Höchstsatz von 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser (bisher 800 Euro) und 1.700 Euro für Wohngebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten (bisher 1.100 Euro).
  • Die Energieberatung kann zusätzlich durch Kommunen oder Bundesländer gefördert werden, der Beratungsempfänger muss allerdings einen Eigenanteil von mindestens zehn Prozent selbst tragen.
  • Die neue Richtlinie ermöglicht eine Energieberatung für Wohngebäude, deren Bauantrag bzw. Bauanzeige zum Zeitpunkt der Beantragung der Förderung mindestens zehn Jahre zurückliegt.
  • Gewährt wird die Förderung dem mit der Energieberatung beauftragten Unternehmen (Energieberatungsunternehmen). Die Beratungsleistungen sind von einer natürlichen Person zu erbringen, die als Energieberater von der Bewilligungsbehörde für das Förderprogramm zugelassen worden ist.
  • Unter welchen Voraussetzungen eine Zulassung des Energieberaters erfolgt, ist einem mit dem Richtliniengeber abgestimmten Merkblatt der Bewilligungsbehörde zu entnehmen. Dieses enthält auch die Bedingungen zur Hinzuziehung zusätzlicher externer Energieberater.
  • Beratungsempfänger ist ein Unternehmen, das im laufenden Jahr sowie in den vorausgegangenen zwei Steuerjahren einschließlich der Förderung nach dieser Richtlinie De-minimis-Beihilfen-Beihilfen in einem Gesamtumfang von mindestens 200.000 Euro (im Falle von Unternehmen des Straßentransportsektors 100.000 Euro) erhalten hat; Beratungsempfänger ist ein Unternehmen, das im Übrigen nach Artikel 1 der De-minimis-Beihilfen- Verordnung ausgeschlossen ist.

Einen Antrag auf Förderung durch das BAFA können Sie (z. B. als Hauseigentümer) selbst nicht stellen, sondern nur ein von ihnen beauftragter Energieberater, der antragsberechtigt ist. Antragsberechtigte Energieberater aus Ihrer Region finden Sie in der Energieeffizienz-Expertenliste.

Vorbereitung des Beratungstermins

Stellen Sie dem Energieberater im Vorfeld oder im Beratungstermin möglichst alle relevanten schriftlichen Unterlagen zu Ihrem Anliegen zur Verfügung:

• Die Energiekosten-Abrechnungen der letzten Jahre: Heizöl-, Gas-, Fernwärme- oder Strom-Rechnungen.

• Das Schornsteinfegerprotokoll der letzten Überprüfung Ihrer Heizung.

• Die Baupläne des Hauses.

• Aussagekräftige Fotos (das zu dämmende Dach, der Schimmelpilz in der Ecke etc.).

Tipp

Mit den Ergebnissen der „Vor-Ort-Beratung“ kann Sie der Energieberater bei der Beantragung einer Förderung unterstützen:

Außerdem können die Beratungsergebnisse für eine anschließende energetische Fachplanung und Baubegleitung genutzt werden, die beide mit dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren – Baubegleitung“ (Nr. 431) gefördert werden können.

Eine „Vor-Ort-Beratung“ bietet sich insbesondere an, wenn Sie ohnehin einen Gebäudeenergieausweis erstellen lassen wollen, der selbst nicht gefördert wird. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Energieberater.

Finanzierungspartner finden

Die KfW-Kredite erhalten Sie deutschlandweit über die Finanzierungspartner der KfW. Finden Sie hier einen Finanzierungspartner in Ihrer Nähe.

Besondere Hinweise

Die Antragstellung hat vor Beginn eines Bauvorhabens zu erfolgen, mit Einbindung eines qualifizierten Energieberaters (Energieeffizienz-Sachverständigen). Im Antrag sollte der vollständige Name des Förderprogramms angegeben werden. Der Antrag wird über den Energieberater bei der BAFA gestellt. Eine energetische Sanierung erfordert eine fundierte Fachplanung und eine qualifizierte Baubegleitung zur Qualitätssicherung bei der Durchführung der Baumaßnahme. Die KfW stellt dafür das Förderprogramm "KfW Energieeffizient Sanieren - Baubegleitung" (431) bereit.


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