Typische Vertragspartner I Handwerkerverträge beim Hausbau: Diese Tipps sollten sie beachten!

Handwerkervertrag abschließen: Berechnungsgrundlagen, Tipps, Hinweise

Der Traum vom eigenen Haus steht bei vielen Familien nach wie vor sehr hoch im Kurs. Fragt man nach den Gründen für die Wahl des Baupartners, so sind es vor allem das „schlüsselfertige Angebot aus einer Hand“ und der „günstige Festpreis“. Typische Vertragspartner privater Bauherren sind nach einer Umfrage des BSB heute mit 52,3 Prozent Generalunternehmer und Generalübernehmer und mit 36,9 Prozent Bauträger. Während in der Vergangenheit das individuelle Planen und Bauen mit dem Architekten des Vertrauens einen großen Stellenwert hatte, ist heute der Architekt nur noch mit einem Anteil von 10,3 Prozent Vertragspartner beim Hausneubau. Wer ein eigenes Grundstück besitzt, baut „auf eigenem Grund und Boden“ und in der Regel mit einem Generalunternehmer oder Generalübernehmer. Andere, die über kein geeignetes freies Grundstück verfügen, kaufen Grundstück und Haus vom Bauträger aus einer Hand.

Finden Sie hier sinnvolle Tipps und Hinweise für Handwerkerverträge: Modernisierung, Sanierung, Umbau oder Reparatur - was Sie vorhaben mag einen geringeren Umfang haben als ein Neubau. In der Sache aber schließen Sie auch hier einen Bauvertrag ab.

Sie werden dabei selten ein Unternehmen als Generalunternehmer beauftragen, sondern eher einzelne Handwerksunternehmen. Nachfolgend erhalten Sie Tipps und Hinweise für Handwerkerverträge.

Vertragsabschluss

Bei kleineren Bauaufträgen wird leider oft nur wenig abgesprochen. Beide Seiten regeln die Vereinbarungen oft nur mündlich und nicht selten noch per Handschlag. Kleine Aufträge sind aber nicht weniger anfällig für Streitigkeiten. Im Nachhinein erscheint manche Rechnung zu hoch, die Arbeiten werden nicht rechtzeitig fertig oder das Ergebnis entspricht nicht Ihren Vorstellungen und weist Mängel auf. Deshalb empfehlen wir wie bei großen Aufträgen klare schriftliche Vereinbarungen über die Leistungen, den Leistungszeitraum und den Preis.

Kostenvoranschlag

Holen Sie sich einen Kostenvoranschlag ein, um den finanziellen Rahmen Ihres Vorhabens abzustecken. Damit beziffert der Handwerker die voraussichtlich entstehenden Kosten. In aller Regel sind die Preisangaben unverbindlich. Bei der Ausführung können Sie nicht auf diese pochen. Wenn Sie die Arbeiten in Auftrag geben ohne den Preis vertraglich zu regeln, erhalten Sie gesetzlichen Schutz für den Fall, dass die tatsächlichen Kosten den Voranschlag wesentlich überschreiten. Wesentlich heißt hierbei eine Überschreitung von mindestens 15 bis 20 Prozent. Sehen Sie einen Kostenvoranschlag deshalb als das, was er ist: Eine unverbindliche Orientierung über die voraussichtlich zu erwartenden Ausgaben. Der verbindliche Preis wird danach im Vertrag geregelt.

Rechnung

Rechnungen bei Handwerkerverträgen unterscheiden sich je nachdem, welche Preisbestimmung Sie vertraglich vereinbart haben.

Stundenlohn

Bei Abrechnung per Stundenlohn muss die Rechnung die geleisteten Arbeitsstunden mit dem vereinbarten Lohn pro Arbeitsstunde und dem sich daraus ergebenden Gesamtpreis ausweisen. Sie kontrollieren die ausgewiesenen Arbeitsstunden anhand der Stundenzettel, die während der Bauzeit vom Handwerker erstellt und Ihnen zur Unterschrift vorgelegt wurden.

Handwerker finden und beauftragen: Diese Tipps sollten Sie beachten

Gute Handwerker zu finden ist nicht einfach. Lassen Sie sich Empfehlungen und Referenzen geben, und holen Sie verschiedene Angebote ein. Im Bauvertrag sollte immer eine detaillierte Leistungsbeschreibung festgelegt und eine formale Abnahme vereinbart werden.

Prüfen Sie die Angebote

Holen Sie Angebote von verschiedenen Firmen ein. Grundlage für die Angebote sollte möglichst immer eine detaillierte Leistungsbeschreibung sein. Diese wird in der Regel durch den beauftragten Architekten oder Bauingenieur erstellt und verantwortet. Die Angebote bzw. Kostenvoranschläge der Handwerker sollten auf der Grundlage der Leistungsbeschreibung erstellt werden. Sie sollten diese sorgfältig auf Vollständigkeit, Mengenangaben und Qualität prüfen und miteinander vergleichen.

Vermeiden Sie Kostenerhöhungen

Ein Bauvertrag ist kein Kaufvertrag, bei dem das Endprodukt bereits bei Vertragsabschluss vorhanden ist und bis ins letzte Detail beschrieben werden kann. Sie sollten mit Ihrem Handwerker immer einen Werkvertrag vereinbaren, in dem eine möglichst detaillierte Leistungsbeschreibung enthalten ist und der nach Fertigstellung eine formale Abnahme vorsieht. Im Vertrag sollte auch die Vergütungsart festgelegt sein. Üblich ist die Vereinbarung eines Einheitspreises, eines Pauschalpreises oder ein Stundenlohn.

Für erhöhte Kosten kann es unterschiedliche Gründe geben. Oft entstehen diese durch größere als im Angebot genannte Mengen, durch zusätzliche oder geänderte Leistungen, durch Stundenlohnarbeiten oder nicht vorhersehbare zusätzliche Nebenkosten wie An- und Abfahrtpauschalen.

Kontrollieren Sie die Leistung

Um die erbrachte Leistung bei der Abnahme prüfen zu können oder wenn die abgerechneten Mengen die angebotenen deutlich übersteigen, sollten Sie sich die erbrachte Leistung nachweisen lassen. Dazu ist der Auftragnehmer verpflichtet. Das kann zum Beispiel durch ein gemeinsames Aufmaß oder bei nicht mehr sichtbaren Bauteilen wie Leitungen durch eine vom Auftragnehmer erstellte Skizze und eine Berechnung der erbrachten Leistung mit Datum, Stempel und Unterschrift erfolgen. Weiterhin sollten Sie während des Baugeschehens Kontrollen durchführen und eine Fotodokumentation erstellen.

Formale Abnahme

Die Handwerkerleistung sollten Sie immer durch eine formale Abnahme bestätigen. Lassen Sie sich dabei von Fachleuten begleiten, die die Abnahme in einem Abnahmeprotokoll festhalten. Sollten Sie feststellen, dass die Leistung nicht vollständig oder mit Mängeln erbracht wurde, verweigern Sie die Abnahme und fordern den Bauunternehmer zur Nachbesserung auf.

Tipp

Handwerker lassen sich oft den Kostenvoranschlag bezahlen, aus Angst, dass danach kein Auftrag erteilt wird. Ein Kostenvoranschlag darf aber nur berechnet werden, wenn zuvor vereinbart wurde, dass er kostenpflichtig ist.

Einheitspreis

Haben Sie wie vielfach üblich eine Abrechnung zum Einheitspreis vereinbart, wird der Preis pro Arbeitseinheit (pro Kubikmeter Beton, pro Quadratmeter Teppichboden usw.) ausgewiesen. Die Arbeitseinheiten wurden vor Vertragsabschluss geschätzt. Die Rechnung gibt dann an, wie viele Arbeitseinheiten je Leistung tatsächlich angefallen sind. Aus den Arbeitseinheiten und dem Einheitspreis setzt sich der Gesamtpreis zusammen. Die Kontrolle über die tatsächlich angefallenen Arbeitseinheiten ist das sogenannte Aufmaß, das nach Arbeitsende und vor Rechnungsstellung vom Handwerker durchgeführt wird, um den erbrachten Arbeitsaufwand zu ermitteln und festzuhalten.

Pauschalpreis

Die dritte Abrechnungsmöglichkeit ist der Pauschalpreis. Er bedeutet, dass ein Preis vereinbart ist, der auch dann Bestand hat, wenn der tatsächliche Arbeitsaufwand höher oder niedriger liegt als vom Unternehmen bei Vertragsabschluss kalkuliert. Sie müssen beim Pauschalpreis prüfen, ob tatsächlich alle vereinbarten Arbeiten durchgeführt wurden.

Eigenleistungen

Gerade im Zusammenhang mit Modernisierung, Sanierung, Umbauten oder Reparaturen fallen häufig einzelne Arbeiten an, bei denen sich die Frage stellt, ob Sie sie nicht selbst erledigen können, um Kosten zu sparen. Haben diese Eigenleistungen Berührungspunkte zu den Arbeiten beauftragter Handwerksunternehmen, können sich daraus Probleme ergeben:

  • Erledigen Sie beispielsweise die Vorarbeiten für den beauftragten Handwerker und werden nicht rechtzeitig fertig, verzögern Sie die Arbeiten des Handwerkers. Damit riskieren Sie, sich gegenüber dem Unternehmen schadensersatzpflichtig zu machen.
  • Versuchen Sie, den Aufwand für die Vorarbeiten realistisch einzuschätzen. Bei Verzögerungen teilen Sie dies frühzeitig dem Handwerksunternehmen mit.
  • Probleme können auch bei der Gewährleistung entstehen. Durch die Berührungspunkte zu Ihren Eigenleistungen versuchen Handwerker oft, die eigene Gewährleistung zu begrenzen.

Häufig finden sich in Verträgen Formulierungen wie: "Für von Eigenleistungen betroffene Gewerke wird keine Gewähr übernommen." Hiermit will sich das Unternehmen von der Verantwortung für eigene möglicherweise fehlerhafte Leistungen befreien. Streichen Sie eine solche Regelung vor Vertragsabschluss aus dem Vertrag. Als Allgemeine Geschäftsbedingungen sind derartige Regelungen unzulässig.

Schwarzarbeit

Der Wunsch, Kosten zu sparen, führt nicht selten dazu, ein besonderes Einsparpotential zu entdecken: die Steuern und Sozialversicherungsabgaben des Handwerksunternehmens. Wenn Sie sich wissentlich auf Schwarzarbeit einlassen, ist dies zum einen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet wird. Zum anderen ist der Bauvertrag, den Sie abschließen, in aller Regel nichtig. Er gibt Ihnen keine Rechte oder Ansprüche bei verspäteten oder mangelhaften Leistungen. Alles in allem kann Sie die Beauftragung von Schwarzarbeit unter Umständen mehr kosten als Sie sparen. 

Rechtsgrundlagen

Verträge mit einzelnen Handwerksunternehmen sind rechtlich gesehen Bauverträge. Sie unterliegen den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Der Bauvertrag wird nach dem BGB als Unterfall des Vertragstyps Werkvertrag gesehen. Anders sieht das bei der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil B (VOB/B) aus. Sie enthält rechtliche Bestimmungen, die speziell für die Durchführung eines Bauvertrags entwickelt wurden.

Schwarzarbeit

Schwarzarbeit in der Baubranche ist ein Massenphänomen. Als Schwarzarbeiter wird angesehen, wer Dienst- oder Werkleistungen erbringt (Unternehmer) oder ausführen lässt (Bauherr) und dabei eine der folgenden Plichten verletzt:

  • sozialversicherungsrechtliche Pflichten (z.B. Renten- und Krankenversicherung)
  • steuerliche Pflichten (z.B. Einkommens- und Umsatzsteuer)
  • sozialrechtliche Pflichten (z.B. Arbeitslosengeld) oder
  • gewerberechtliche Pflichten (z.B. nach Gewerbe- oder Handwerksordnung).

Ein Vertrag zwischen Bauherren und Bauunternehmer, der ganz oder zum Teil Schwarzarbeit beinhaltet, ist gesetzlich unwirksam. Basis hierfür ist das "Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung" (SchwarzArbG). Wer sich auf Schwarzarbeit einlässt, hat keine Rechte. Sie als Auftraggeber und Bauherr können nicht auf gerichtliche Hilfe hoffen, wenn die vereinbarte Leistung nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde und dadurch Baumängel entstehen. Der Auftragnehmer, also der schwarz arbeitende Handwerker, kann für eine erbrachte Leistung gerichtlich weder eine Vergütung noch die Rückforderung der Leistung geltend machen.

Falsche Handwerker

Wenn es an der Haustür klingelt und ein nicht bestellter Handwerker steht draußen, ist dies Zeichen genug: Haustürgeschäfte sind in jedem Fall zu vermeiden, da sie in den wenigsten Fällen seriös sind. Im Zweifel ist eine Anfrage bei der zuständigen Handwerkskammer hilfreich.

Welche Betrugsmaschen kommen immer wieder vor?

Ein alter, aber immer noch praktizierter Trick: Handwerker klingeln an der Tür – vor allem bei Häusern mit älteren Alleinstehenden – und bieten einen kostenlosen Dach-Check an. Am liebsten sofort. Nach wenigen Minuten auf dem Dach zeigen sie dem Hausbesitzer eine defekte Dachpfanne und raten zur Komplett-Sanierung, das fertige Auftragsformular bereits in der Tasche.

Ein weiterer Trick: Um sich einen Auftrag für die Dämmung eines Hauses zu erschleichen, zeigen vermeintliche Handwerker falsche Thermografie-Bilder des Gebäudes. Hausbesitzer sollten grundsätzlich skeptisch werden, wenn eine Thermografie-Kamera bei jeder Witterung eingesetzt wird. Aussagekräftige Aufnahmen erhalten Sie nur bei Frosttemperaturen. Außerdem kann eine anschließende unsachgemäß ausgeführte Dämmung mehr Schaden zufügen, als eine fehlende. Hier sollte unbedingt ein erfahrener Fachbetrieb beauftragt werden.

Wie sollten Sie sich verhalten?

Schließen Sie niemals an der Haustür Geschäfte ab. Sollten Sie es aber doch einmal tun, haben Sie ein gesetzlich garantiertes Rücktrittsrecht von 14 Tagen.

Was unterscheidet Generalunternehmer, Generalübernehmer und Bauträger?

Ein Generalunternehmer bietet vertraglich komplett alle Leistungen zur Errichtung des Hauses an. Allerdings erbringt er nur einen Teil der Bauleistungen selbst und vergibt zahlreiche Gewerke an Nachunternehmer. Häufig errichtet der Generalunternehmer zum Beispiel den Rohbau in eigener Regie, lässt aber alle anderen Gewerke wie Tiefbauarbeiten, Putzarbeiten, Estrich und Fußbodenbelag, Dacheindeckung, Tischlerarbeiten sowie die gesamte Installation der Haustechnik durch Nachunternehmer ausführen. Im Unterschied zum Generalunternehmer erbringt der Generalübernehmer selbst keine Bauleistungen, sondern vergibt sämtliche Leistungen an Nachunternehmer. Er sieht seine Rolle lediglich in der Koordinierung. Wichtig ist: Stets ist der Generalunternehmer beziehungsweise der Generalübernehmer Vertragspartner des privaten Bauherren und nicht die Nachunternehmer. Bei den Planungsleistungen werden in der Regel externe Planungsbüros einbezogen. Gegenüber dem Bauherrn haften bei Mängeln sowohl der Generalunternehmer als auch der Generalübernehmer und nicht die von ihnen einbezogenen Nachunternehmer. Der Bauherr ist Eigentümer des Baugrundstücks und tritt auch als Bauherr gegenüber den Behörden auf. Beim Abschluss eines Vertrages mit einem Bauträger zum Erwerb eines Bauträgerobjekts ist der Verbraucher kein Bauherr, sondern Käufer. Der Bauträger ist Eigentümer des Grundstücks, verkauft das Grundstück mit einer Bauverpflichtung zur Errichtung eines Hausobjektes, ist Vertragspartner der Baufirmen und tritt selbst bei den Behörden als Bauherr auf. Bauträgerverträge sind notariell zu beurkunden. Die rechtliche Grundlage für den Abschluss eines Bauträgervertrages bildet die „Makler- und Bauträgerverordnung“. Gleich mit wem man baut: Es ist für jeden Bauherren notwendig, sich ein konkretes Bild über seinen künftigen Vertragspartner zu verschaffen – über seine Seriosität, seine Fachkompetenz und seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Hausanbieter können sich in Ihrer Größe, ihrer Unternehmensstruktur und in der Rechtsform deutlich unterscheiden.

Wie findet man den richtigen Baupartner?

Bauinteressenten suchen auf Messen, in Musterhausausstellungen und im Internet nach einem geeigneten Hausanbieter, wälzen Hauskataloge und Immobilienseiten in Zeitungen oder folgen der Empfehlung von Verwandten und Arbeitskollegen. Die Entscheidung für den Vertragspartner kann den Bauherren jedoch niemand abnehmen. Firma und Hausangebot sollten gründlich ohne Zeitdruck geprüft werden, bevor man sich vertraglich bindet. Empfehlenswert ist, mehrere Hausanbieter einzubeziehen. Von der Qualität des Angebots und der Fachkompetenz der Beratung kann man bereits viel über die Seriosität der Firma ablesen. Gibt es eine Referenzliste und können Referenzobjekte besichtigt werden? Ist die Preiskalkulation realistisch und marktgerecht? Kann das Vertragsangebot akzeptiert werden? Wer ist der einbezogene bauvorlageberechtigte Architekt? Verfügen die Firmeninhaber über notwendige Fachkompetenz und ausreichende Erfahrungen? Auf solche und andere Fragen sollte der Bauherr konkrete Antworten verlangen. Der Bauherren-Schutzbund e.V. bietet seinen Vereinsmitgliedern einen Firmen-Check mit Wirtschaftsauskunft an.

Was gehört zu einem Hausangebot?

Ein bunter Werbeprospekt ersetzt kein Hausangebot, enthält nur allgemeine Informationen, und es gibt keine gesetzliche Prospekthaftung. Zu einem Hausangebot gehören ein detailliertes Preisangebot mit den Mehrkosten für gewünschte Sonderleistungen und den Gutschriften für Eigenleistungen – aufgeschlüsselt nach Material- und Lohnanteil. Bauherren sollten unbedingt die komplette Bau- und Leistungsbeschreibung, den Vertrag mit Zahlungsplan sowie die Grundrisse mit Bemaßung und Angaben zur Wohnfläche anfordern. Die gleichen Unterlagen benötigt auch die Bank zur Prüfung der Finanzierung.

Wie verhandelt man erfolgreich?

Vor allem, in dem man stets bedenkt, dass man nicht als „Bettler“ auftritt, sondern dem Hausanbieter ein Geschäft anbietet. Anders ausgedrückt: Der Bauherr gibt sein gutes Geld – gleich ob aus der eigenen Tasche oder von der Bank – und will dafür ein solides mängelfreies Haus zum vereinbarten Preis. Nach unseren Erfahrungen verhandeln jene Bauherren besonders erfolgreich, die nach der Prüfung des Bauvertrages, der Bau- und Leistungsbeschreibung, der Preiskalkulation und der Informationen über den Baupartner sich gründlich auf die Vertragsverhandlungen vorbereiten. Es bewährt sich, dem künftigen Vertragspartner nach Auswertung des Angebots schriftlich Fragen und Verhandlungswünsche zu übermitteln und dazu verbindliche Stellungnahmen anzufordern. Preisangebote erfordern eine detaillierte Verhandlung, um zu gewährleisten, dass alle vereinbarten Leistungen im Leistungsumfang und damit im Vertragspreis enthalten sind. Eine unabhängige Beratung vor Vertragsabschluss ist also ratsam. Im eigenen Interesse sollten Bauverträge erst unterschrieben werden, wenn alle Fragen geklärt sind und die Finanzierung sichergestellt ist.

Checkliste zum Hausangebot

  • Detailliertes Preisangebot unter Berücksichtigung gewünschter Sonderleistungen und Gutschriften für Eigenleistungen
  • Grundrissvorschläge mit Angaben zu Maßen und Wohnfläche
  • Eventuell Alternativangebot eines Typenhauses
  • Komplette Bau- und Leistungsbeschreibung
  • Mustervertrag mit allen Zusatzvereinbarungen
  • Zahlungsplan
  • Referenzliste mit konkreten Referenzobjekten
  • Information zur Firma
  • Information zum Serviceangebot
  • Bindefrist des Angebots

Unterschied zwischen mündlichem und schriftlichem Auftrag

Sobald Sie einen Handwerker beauftragen, kommt ein Werkvertrag zustande. Werkvertrag bedeutet, dass der Handwerker einen Erfolg schuldet. Kleine Reparaturaufträge werden in der Regel mündlich erteilt, wobei dringend zu empfehlen ist, selbst kleinere Aufträge schriftlich zu vereinbaren. Damit wird späteren Streitigkeiten über Inhalt und Umfang des Auftrags vorgebeugt. Auf jeden Fall aber wird geraten, umfangreichere Beauftragungen schriftlich zu vereinbaren. Soweit erhebliche Umbaumaßnahmen beauftragt werden, handelt es sich in der Regel um einen Verbraucherbauvertrag. Bei einem solchen ist die Schriftform zwingend einzuhalten. Wichtig ist, dass bei der Vereinbarung der Leistungsumfang, der Fertigstellungstermin und die Höhe des Werklohnes eindeutig und verbindlich festgelegt werden. Sollten während der laufenden Arbeiten noch Zusatzarbeiten zu beauftragen sein, so hat dies auch stets schriftlich und nach vorheriger Angebotseinholung zu erfolgen.

Angebot einholen und besprechen

Vor dem Vertrag kommt das Angebot. Auch hier gibt es kein Schriftformerfordernis. Sie sollten aber darauf bestehen, dass ein schriftliches Angebot durch den Handwerker unterbreitet wird, in dem Leistungen und Materialien genau beschrieben sind, ebenso wie die Termine für Arbeitsbeginn und Fertigstellung. Lassen Sie sich vom Handwerker schriftlich bestätigen, dass alle Leistungen im Sinne einer ordnungsgemäßen fachlichen Arbeit im Angebotspreis berücksichtigt wurden. Damit lassen sich teure Nachtragsangebote von vornherein ausschließen. Änderungen der Ausführungen, die Sie wünschen, können allerdings Mehrkosten verursachen. Wenn Ihnen etwas unklar ist, suchen Sie das Gespräch mit dem Handwerker. So lässt sich Ärger am besten vermeiden.

Leistungen und Preise vergleichen

Referenzobjekte besichtigen und Kostenvoranschläge von mehreren Handwerkern einholen sind keineswegs vertane Zeit und Mühe. Kostenvoranschläge sind grundsätzlich kostenfrei, sofern nichts anderes vereinbart wird. Bei den Preisvergleichen ist vor allem zu berücksichtigen, ob Leistungsumfang, Vollständigkeit und Qualität deckungsgleich sind. Achten Sie darauf, dass alle Einzelposten wie Arbeitszeit, Fahrt- und Materialkosten enthalten sind. Fragen Sie bei großen Preisunterschieden nach, ob tatsächlich die gleiche Leistung angeboten wird. Über ortsübliche bzw. angemessene Preise geben unter anderem die Innungen bzw. die Kreishandwerkerschaften Auskunft. Nur wenn das vorliegende Angebot Ihren Vorstellungen entspricht, sollten Sie es bestätigen.

Vergütung vereinbaren

Im eigenen Interesse sollte auf die Verbindlichkeit von Angeboten Wert gelegt werden. Ein Kostenvoranschlag ist unverbindlich, sofern nicht ausdrücklich Verbindlichkeit zugesagt worden ist. Der Unterschied besteht darin, dass der Handwerker bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag den Preis um bis 25 Prozent überschreiten kann, was er allerdings plausibel begründen muss. Diese Spanne wird in der Rechtsprechung für vertretbar gehalten. Bei einem verbindlichen Preis gibt es keinen Spielraum. Der Handwerker ist verpflichtet, die vereinbarte Leistung mangelfrei und vollständig zu erbringen, um den vollen Werklohn zu erhalten.

Sonderwünsche vorab verhandeln

Achten Sie darauf, dass vor dem Vertragsabschluss die vereinbarte Leistung einschließlich Sonderwünsche konkret verhandelt wird. Eine Festpreisvereinbarung nützt nur dann, wenn Leistungsumfang und Art der Ausführung genau festgelegt und spätere Änderungswünsche vermieden werden. Erweitern Sie den Auftrag oder vereinbaren Sie eine Reduzierung des Auftragsvolumens, ist dringend eine Vereinbarung über die Preisdifferenz und die geänderte Ausführung schriftlich zu treffen.

Termine und Fristen festlegen

Handelt es sich um kleinere Reparaturaufträge, spielt der Zeitfaktor oftmals keine so große Rolle. Bei größeren Aufträgen empfiehlt es sich, konkrete Fristen und Termine zu vereinbaren und diese bei Nichteinhaltung mit einer Vertragsstrafe zu belegen. Auch hat es sich bewährt, einen Bauzeitenplan zum Vertragsbestandteil zu machen.

Kündigung möglich

Bei einer wesentlichen Überschreitung des Kostenvoranschlags räumt Ihnen das Gesetz ein außerordentliches Kündigungsrecht ein. Bei Kündigung des Auftrags steht dem Handwerker die Vergütung der erbrachten Leistungen zu. Als Berechnungsgrundlage sind die tatsächlich schon erbrachten Leistungen ins Verhältnis zur vereinbarten Gesamtvergütung zu setzen. Kündigen Sie grundlos, steht seit Beginn des Jahres 2009 dem Handwerker laut Gesetz eine pauschale Vergütung der noch ausstehenden Werkleistung in Höhe von 5 Prozent zu. In dieser Angelegenheit sollten Sie auf jeden Fall fachlichen Rat bei einem Vertrauensanwalt einholen.

Abschlagszahlung und Schlussrechnung

Formulierungen wie „Zahlung bei Auftragsbestätigung“ sollten Sie im Vertrag nicht akzeptieren. Weil der Handwerker mit Material und Personalkosten in Vorleistung geht, räumt ihm das BGB das Recht ein, dann Abschlagszahlung zu verlangen, wenn durch die Leistungen des Handwerkers ein Wertzuwachs erreicht worden ist. Es ist also stets zu prüfen, ob die Höhe der geforderten Zahlungsrate dem Wert der erbrachten Leistung entspricht. Sicherheit gibt ein Zahlungsplan mit festgelegter Abschlagszahlung, wobei aber auch hier stets zu beachten ist, dass durch Sie keine Vorleistung erfolgt, sondern immer entsprechend dem Leistungsstand gezahlt wird. Sind sämtliche Leistungen mangelfrei erbracht und abgenommen, wird der Handwerker die Schlussrechnung stellen. Diese muss dabei so aufgestellt sein, dass es Ihnen ohne Schwierigkeiten möglich ist anhand des Angebotes zu überprüfen, ob so abgerechnet worden ist wie vereinbart.

Mängel und Gewährleistung

Nur vollständig und mängelfrei erbrachte Leistungen können abgenommen und müssen bezahlt werden. Bei der Abnahme ist die Unterstützung von Experten - beispielsweise der unabhängigen Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbundes - hilfreich, denn der Handwerker muss den Nachweis erbringen, dass seine Arbeit mängelfrei ist. Nach der Abnahme kehrt sich die Beweislast um und Sie müssen den Nachweis führen. Stellen sich Mängel heraus, ist dem Handwerker ausreichend Gelegenheit zu geben, sie zu beseitigen. Eine Mängelrüge sollte schriftlich erfolgen. Darin sind die Mängel konkret zu benennen, ihre Beseitigung unmissverständlich zu fordern. Wichtig ist, dass Sie eine angemessene Frist zur Beseitigung der Mängel setzen und dabei den genauen Kalendertag bezeichnen, bis zu dem die Arbeiten auszuführen sind. Erst mit Ablauf dieser Frist befindet sich der Handwerker in Verzug und Sie können gegen ihn weitergehende Ansprüche unter dem Gesichtspunkt des Verzuges verlangen. Sind Mängel vorhanden, sind Sie berechtigt in Höhe des doppelten Mängelbeseitigungsaufwandes ein Zurückbehaltungsrecht gegenüber fälligen Zahlungsforderungen des Handwerkers geltend zu machen. Verweigert der Auftragnehmer die Nachbesserung oder schlägt sie fehl oder lässt er die ihm gesetzte Frist ergebnislos verstreichen, haben Sie das Recht, den Mangel auf seine Kosten beseitigen zu lassen, indem Sie einen anderen Handwerker mit der Durchführung der Mängelbeseitigung beauftragen. Sie haben dann das Recht, den entsprechenden Mehraufwand, der Ihnen hierdurch entsteht, von dem Handwerker zu verlangen. Möglich ist auch, einen angemessenen Vorschuss in Höhe der voraussichtlichen Mängelbeseitigungsaufwendungen von dem Handwerker zu verlangen, der mangelhaft gearbeitet hat. Damit müssen Sie selbst nicht in Vorlage mit den Kosten für eine Mängelbeseitigung gehen, müssen allerdings die Ausgaben zur Mängelbeseitigung nach Erledigung belegen und abrechnen. Angesichts der Kompliziertheit der Materie empfiehlt sich hier anwaltlicher Rat. Vielfach befinden sich in den Geschäftsbedingungen von Handwerksunternehmen die Regelung „Gewährleistung nach VOB/B“ oder „es gilt die VOB/B“. In Verträgen von Verbrauchern sind solche Regelungen nicht wirksam. In Zweifelsfragen konsultieren Sie den Anwalt, auch zur Frage der Dauer der Gewährleistung. Sie beträgt bei Arbeiten an einem Bauwerk in der Regel 5 Jahre nach BGB. Für bestimmte technische Teile gelten kürzere Fristen.

Reparaturauftrag und Wartungsvertrag

Beauftragen Sie den Handwerker mit der Reparatur einer Armatur oder schließen Sie zum Beispiel für eine Heizung einen Wartungsvertrag ab, so entsteht ebenfalls ein Werkvertrag. Der Handwerker schuldet Ihnen in jedem Fall einen Erfolg. Die Praxis bei Kleinaufträgen und Reparaturen ist, den Handwerker nach Gegenstand und Umfang der notwendigen Reparatur, Kosten und Termin zu fragen. Lassen Sie sich einen Stundenverrechnungssatz nennen und legen Sie eine Kostenobergrenze fest. Wartungsverträge sind beispielsweise bei einer Heizung sinnvoll, weil sie Handwerker verpflichten, diese gegen eine bestimmte Pauschalsumme regelmäßig zu prüfen, einzustellen und darauf zu achten, dass sie funktionstüchtig bleibt. Benötigt er zur Herstellung der Funktionstüchtigkeit jedoch Ersatzteile, sind sie von Ihnen zu bezahlen. Um sicher zu sein, dass Sie den richtigen Handwerker beauftragt haben, sollten Sie den Wartungsvertrag mit der Option einer Kündigungsfrist für ein Jahr abschließen.

TIpps in Sachen Rechte und Pflichten

  • Terminvorschläge wie am Vormittag oder späten Nachmittag eines Tages müssen Sie nicht hinnehmen. Vereinbaren Sie einen konkreten Zeitpunkt.
  • Verspätet sich der Handwerker mehr als eine halbe Stunde, dann müssen Sie nicht warten. Der Handwerker kann die Kosten für An- und Abfahrt in diesem Fall von Ihnen nicht verlangen, wenn er sich bei Ihnen nicht gemeldet hat und die Verspätung angekündigt hat.
  • Bei Verzögerung der Fertigstellung haben Sie nur Anspruch auf Schadenersatz, wenn Sie im Vorhinein einen festen Termin vereinbart haben. Es besteht kein Anspruch, wenn der Handwerker schwer erkrankt ist oder Vorarbeiten nicht beendet sind, auf die seine Arbeit aufbaut, er also die Verzögerung nicht zu vertreten hat.
  • Um Unstimmigkeiten bei An- und Abfahrtkosten vorzubeugen, vereinbaren Sie im Voraus eine Fahrtkostenpauschale. Sie soll auch Fahrten einschließen, die notwendig werden, weil Material vergessen wurde oder die Handwerker nicht das richtige Material bei sich führen.
  • Wenn vorab nicht anderes vereinbart, gelten die vor Ort üblichen Stundensätze. Das betrifft auch die Abrechnung pro angefangene Stunde. Für Angelernte oder Auszubildende darf nicht der gleiche Stundensatz berechnet werden wie für Gesellen oder Meister.
  • Gute Handwerker werden den Arbeitsplatz besenrein hinterlassen. Die Mitnahme von Altgeräten sollte im Voraus vereinbart werden, da die Entsorgung unter Umständen Kosten verursacht.
  • Werden für die Durchführung der Arbeit Strom, Wasser oder gar Reinigungsmittel benötigt, so hat der Auftraggeber diese bereitzustellen.
  • Verursacht der Handwerker einen Schaden, hat er dafür aufzukommen. Die Firmen sind in der Regel versichert.
  • Akzeptieren Sie keinen Pauschalpreis für Kleinteile, sondern vereinbaren Sie im Voraus einen Preis, der Ihnen plausibel erläutert wurde.
Weitere Artikel zum Thema
Aktuell seit: