Notar-Termin beim Grundstückskauf: Aufgaben, Ablauf und Gebühren

Rücktrittsrechte bei Grundstückskauf vereinbaren: Tipps & Empfehlungen

Der Notar ist unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes. Er ist verpflichtet, unabhängig und unparteiisch aufzutreten und Verschwiegenheit zu wahren. Dennoch werden Verträge häufig einseitig zugunsten der Beteiligten gestaltet, die den Notar mit dem Beurkundungsvorgang beauftragen. Im Beurkundungsgesetz sind die Vorschriften über den Beurkundungsvorgang enthalten.

Notartermin

Beim Notartermin stellt der Notar die Identität und Anwesenheit beider Parteien, sowie ihren Willen zum Abschluss des Vertrags fest. Er belehrt die Vertragsparteien über die rechtliche Tragweite des Vertrags und soll dabei darauf achten, dass unerfahrene Beteiligte nicht benachteiligt werden.

Danach legt er die Vertragsurkunde vor, in der die Erklärungen beider Beteiligter klar und unzweideutig festgehalten sind. Der Notar ist verpflichtet, den Text vorzulesen und von den Vertragsparteien genehmigen zu lassen. Der Vertrag wird vom Käufer und vom Verkäufer unterschrieben und beiden wird jeweils eine Ausfertigung ausgehändigt. Das Original verbleibt beim Notar. Ein wirksamer Bezug auf Karten, Pläne, Zeichnungen und andere Schriftstücke ist nur durch Beifügen zur Niederschrift der Vertragsurkunde möglich.

Notargebühren

Die Notargebühren werden verbindlich in der Kostenordnung geregelt. Für die Beurkundung eines Grundstückskaufvertrags erhält er zwei volle Gebühren. Diese errechnen sich aus dem beurkundeten Kaufpreis.

Für die Beurkundung der Auflassung, die etwaige Einsichtnahme in das Grundbuch, die Beurkundung der Bewilligung einer Auflassungsvormerkung und die Beurkundung der sofortigen Unterwerfung unter die Zwangsvollstreckung erhält der Notar keine gesonderten Gebühren. Diese sind mit den zwei Gebühren für die Beurkundung des Kaufvertrages abgegolten. Wird der Kaufpreis über ein sogenanntes Notaranderkonto geleitet, erhält er eine zusätzliche Gebühr, die sich ebenfalls nach der Höhe des beim Notar hinterlegten Betrages richtet.

Kostenlose Rücktrittsrechte bei Grundstückskauf vereinbaren

Wir empfehlen, beim Grundstückskauf einige kostenlose Rücktrittsrechte zu vereinbaren. Grundsätzlich sollten die Fragen der Finanzierung Ihres Immobilienwunschs vor Abschluss des Grundstückskaufvertrags geklärt sein, also zumindest bereits eine verbindliche Finanzierungszusage eines Kreditinstitutes schriftlich vorliegen.

Wann Sie Rücktrittsrechte vereinbaren sollten!

Wenn Ihnen noch keine verbindliche Finanzierungszusage eines Kreditinstitutes vorliegt, können Sie versuchen, im Kaufvertrag ein kostenloses Rücktrittsrecht für den Fall zu vereinbaren, dass Sie keine Finanzierungszusage erhalten. Ein Kaufvertrag ohne Finanzierungszusage sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn Sie über ein ausreichendes Einkommen und Vermögen verfügen und das Grundstück ohne Kredit finanziert werden kann. Kann Ihnen der Verkäufer die Bebaubarkeit des Grundstückes nicht zusichern, behalten Sie sich den kostenlosen Rücktritt für den Fall vor, dass Sie keine Baugenehmigung für ihr Bauvorhaben erhalten. Wird Ihnen das Grundstück als Bauland verkauft ist es am sichersten, im Kaufvertrag die Bebaubarkeit zusichern zu lassen. Dies ist in der Regel gegeben, wenn das Grundstück erschlossen ist und ein Bebauungsplan vorliegt.

Tipp

Verstehen Sie Klauseln nicht, lassen Sie sich diese vom Notar erläutern. Fragen Sie unbedingt nach. Wenn Sie erst einmal Ihre Unterschrift unter den Vertrag gesetzt haben, ist es für eine Änderung zu spät. Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, wenn Sie eine von Ihnen vorgeschlagene Regelung im Vertrag vermissen.

Falls Sie für den Kauf des Grundstücks Fördermittel in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie den Kaufvertrag in der Regel vor Abschluss der zuständigen Bewilligungsstelle vorlegen. Behalten Sie sich für den Fall der Nichtgewährung der Fördermittel ebenfalls ein kostenloses Rücktrittsrecht vor.

Stand: 
Mittwoch, 1. Januar 2020