Gasversorgung: Umstellung von L-Gas auf H-Gas hat begonnen

Donnerstag, 22. August 2019

Bauherren und Eigentümer aufgepasst: Die Umstellung der Gasversorgung von L-Gas auf H-Gas hat begonnen!

In Rheinland-Pfalz wird zurzeit die Erdgasversorgung von L-Gas (low caloric gas) mit geringerem Brennwert auf H-Gas (high caloric gas) mit höherem Brennwert umgestellt. Die Umstellung erfolgt auch in den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Hessen und soll bis 2030 abgeschlossen sein. Manche Netzbetreiber in Rheinland-Pfalz möchten die Umstellung bereits 2021 abschließen.

Welche Gasgeräte sind betroffen?
Betroffene Geräte sind zum Beispiel Gasthermen, Gasheizkessel, Gasöfen und Gasherde, Gasdurchlauferhitzer und Gaskamine. Erdgasautos hingegen müssen nicht umgerüstet werden.

Wie läuft die Umstellung von L-Gas auf H-Gas ab?
Die Umstellung von L-Gas auf H-Gas wird durch den Netzbetreiber angekündigt und erfolgt dann in drei Schritten. Koordiniert wird alles von einem "Gasbüro", das der örtliche Gasnetzbetreiber eigens für diesen Zweck einrichten muss. Es steht auch bereit, Ihre Fragen zu beantworten. An den Geräten selbst müssen hauptsächlich Düsen ausgetauscht und Regelarmaturen neu eingestellt werden. Wie aufwändig das im Einzelfall ist, hängt vom Gerätetyp ab.

Folgender Ablauf ist vorgesehen:

  1. Erfassung: Alle vorhandenen Gasgeräte müssen zunächst erfasst werden. Dazu kommen -– nach vorheriger Terminabsprache -– Fachleute im Auftrag des Gasbüros oder des Netzbetreibers ins Haus. Dies passiert in der Regel bereits ein Jahr vor der Umstellung.
  2. Umstellung:Auch dieser Termin wird Ihnen vorab angekündigt. Dann werden an den Gasgeräten zum Beispiel Brennerdüsen ausgetauscht, und sie werden neu eingestellt. Die Installateure bringen alle nötigen Ersatzteile mit.
  3. Qualitätskontrolle: Stichprobenartig wird in jedem zehnten Haushalt nach der Umrüstung geprüft, ob alles fachlich korrekt erledigt wurde.


Entstehen durch die Umstellung Kosten?
Für die Umstellung vorhandener Geräte müssen die Eigentümer nichts bezahlen. Die beauftragten Monteure dürfen Verbrauchern hierfür keinerlei Rechnung stellen. Alle Kosten für Umrüstungen werden durch den Netzbetreiber übernommen und dann über die Netzentgelte auf alle Gaskunden umgelegt. Da sich die Umstellung über einen Zeitraum von 16 Jahren erstreckt (von 2015 bis 2030), ist zurzeit davon auszugehen, dass Gaskunden nur wenige Euro mehr pro Jahr werden zahlen müssen.

Ein geringer Anteil der Geräte wird sich allerdings nicht anpassen lassen; diese Modelle müssen durch neue Geräte ersetzt werden. Verbraucher können in diesen Fällen einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro von ihrem Netzbetreiber auf Grundlage von §19a EnWG beantragen. Ein weiterer Zuschuss, allerdings nur für Heizgeräte, ist möglich über die Gasgerätekostenerstattungsverordnung. Je nach Alter des bisherigen Geräts sind 100 bis 500 Euro möglich. Für den Austausch von Geräten, die älter als 25 Jahre sind, gibt es kein Geld. Auch für diesen Zuschuss ist der Netzbetreiber Ansprechpartner.

Umfassend informiert die Bundesnetzagentur, zum Beispiel auf ihrer Internetseite. Zudem können Sie sich an ihren örtlichen Gasnetzbetreiber wenden.

Rechtliche und technische Fragen zur Umstellung der Gasversorgung beantworten die Experten der Verbraucherzentrale in der persönlichen Beratung nach telefonischer Voranmeldung unter der kostenlosen Nummer (0800) 60 75 600 oder per Mail über energie@vz-rlp.de.

Quelle Verbraucherzentrale

 

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