KfW Award Bauen 2019 - Preisverleihung!

Montag, 27. Mai 2019

Die sieben inländischen Objekte wurden von der Jury mit einem Preisgeld von insgesamt 37.000 EUR prämiert. Die Preisträger erreichen vielfach auch die Standards der KfW-Energieeffizienzhäuser und bauen dank ihrer gelungenen Architektur Barrieren ab.

Der KfW Award zeichnet Bauherren oder Baugemeinschaften aus, die in den vergangenen fünf Jahren ein Neubau-Projekt umsetzten oder ein bestehendes Gebäude erweiterten, umwidmeten, modernisierten oder belebten. Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, übernimmt die Schirmherrschaft des KfW Award Bauen. Die Jury um den Architekten Prof. Hans Kollhoff bewertete die Vorhaben hinsichtlich ihrer Balance aus Architektur und Erscheinungsbild, guter Integration in das bauliche Umfeld, Energie- und Kosteneffizienz, zukunftsorientierter und nachhaltiger Bauweise, optimaler Raum- und Flächennutzung sowie auch individueller Wohnlichkeit.

„Die KfW zeichnet seit 16 Jahren vorbildliche Projekte mit dem KfW Award Bauen aus, die gelungen Architektur mit Kosten- und Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Wohnkomfort vereinen und andere zum Nachmachen anregen“, sagt Dr. Ingrid Hengster, Mitglied des Vorstandes der KfW Bankengruppe. „Bauen und Modernisieren war für die Sieger nicht zuletzt eine Frage des Verstands, der Achtsamkeit und der Fantasie. Ausgangspunkt aller Projekte war nicht eine leere Fläche, sondern ein vorhandenes Stück Welt, das sich kreativ weiterentwickeln ließ.“

In Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Marco Wanderwitz, erhielten die Preisträger die KfW Awards. Die Preisverleihung fand im feierlichen Rahmen am 23. Mai 2019 in der KfW-Niederlassung Berlin statt.

Kategorie Neubau:

Erster Preis (dotiert mit 7.000 EUR)
 
Vier Familien im bayrischen Eggstätt bauten gemeinsam mit den Architektenbüros Kammerl und Kollegen sowie Pfaffing an einem alten Bauernhof an und schafften somit ein neues Heim für 21 Bewohner zwischen 6 und 67 Jahren. Der umgebaute Hof bietet nicht nur ein gemeinschaftliches Zusammenleben, sondern ist zudem auch energieeffizient.
 
Zweiter Preis (dotiert mit 5.000 EUR)
 
Der Berliner Neubau der Bauherren und Architekten Heike und Detlev Sommer präsentiert sich bereits durch seine Fassade, der beim Bau Blätter hinzugefügt wurden, als nachhaltiges Passivhaus. Durch die extra dicken Außenwände, Solarspeicher sowie beinah komplett CO2-neutrale Heizung und Kühlung, ist das Gebäude energieeffizient. Damit werden etwa 50 Prozent der Nebenkosten gespart.
 
Dritter Preis (dotiert mit 3.000 EUR)
 
Das Paar Dagmar Janik-Stenzel und Dirk Stenzel brachte ein Stück Natur in die Stadt, mit einem städtischen Geschossbau aus Holz. Das Gebäude bietet neben einem Laden für Büromöbel viel Platz zum Wohnen, ein Garten auf dem Dach ist in Planung. Nicht nur von außen macht das Haus einen ökologischen Eindruck. Es spart dank Wärmepumpen, Solaranlage und Abluftanlage zudem Energie.
 
Kategorie Bestandsbau:
 
Erster Preis (dotiert mit 7.000 EUR)
 
Im Osten Brandenburgs haben Almut und Thomas Berg ein 250 Jahre altes Haus umgebaut. Dabei achteten sie besonders darauf, denkmalgerecht und ressourcenschonend zu bauen. Um den Charakter der Zeit zu erhalten, wurden beispielsweise die traditionellen Sprossenfenster mit Isolierglas verstärkt. Auch setzt das Paar auf natürliche Dämmstoffe, Solarkollektoren und Wasserspeicher.
 
Zweiter Preis (dotiert mit 5.000 EUR)
 
Das ehemalige Werkstattgebäude in Berlin stand fast 20 Jahre lang leer und wurde lediglich für Partys und Konzerte genutzt. Heute bietet es dank der Architekten Anita Eyrich und Christian Hertweck 25 Wohnungen und damit Raum für 51 Menschen. Der Umbau kombiniert Denkmalpflege mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.
 
Dritter Preis (dotiert mit 3.000 EUR)
 
In Bochum kauften Christine und Thiemo Ebbert, von Beruf aus Architekt, ein 75-jähriges Einfamilienhaus. Sie bearbeiteten traditionelle Elemente wie die Bleiglasfenster und Dielen mit energieeffizienten Technologien und bewahrten somit das historische Bild des Hauses. Zudem legten sie einen Fokus auf das nachhaltige Bauen durch Dämmung, Wärmepumpe und –speicher, Solarkollektoren und Lüftungen mit Wärmerückgewinnung.
 
Kategorie Sonderpreis der Jury (dotiert mit 7.000 EUR)
 
Durch den Umbau eines Schweriner Schwimmbads aus DDR-Zeiten schuf Ulrich Bunnemann 16 Wohnungen. Das Schwimmbad war vielen Bürgern ans Herz gewachsen. Umso wichtiger war es, dass Bunnemann, Bauherr und Architekt, das Gebäude rettet. Dem Schweriner war es hierbei wichtig, Elemente des Schwimmbads zu erhalten. So wurden beispielsweise die Startblöcke in den Wohnraum integriert.
 
Kategorie Sonderpreis Ausland
 
Den diesjährigen Sonderpreis gewinnt das soziale Mietwohnungsbauprojekt in der niederschlesischen Stadt Olawa, rund 30 Kilometer von Breslau entfernt. In dem für das preußische Husarenregiment als Reithalle und Stallungen 1895 gebauten Gebäude entstanden barrierefreie Wohnungen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die zu wohlhabend sind, um eine Sozialwohnung zu bekommen, die aber nicht kreditfähig sind, um eine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt kaufen zu können. Die Mieter sind an den Baukosten der Wohnung beteiligt, vergleichbar mit einer Kaution, die beim Auszug wieder zurückgezahlt und dann vom Nachmieter übernommen wird. Im Gegenzug erhalten die Mieter einen subventionierten Mietpreis, der nur rund ein Viertel der üblichen Mieten vergleichbarer Wohnungen beträgt.
 
Ein mobiler Treppenlift wurde in den Altbau integriert, um auch Rollstuhlfahrern den Zugang zu ihren Wohnungen zu ermöglichen. Zum Standard gehören nun Wärmerückgewinnung mit moderner Wärmepumpen-Technik, Fußboden- und Deckenheizung, gedämmte Wände und hochwertige Fenster. In Zukunft soll das Haus mit erneuerbarer Energie versorgt werden.

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